GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
Ortsgruppe Ludwigshafen
Bezirk Süd-West


Aushänge


2. Tarifrunde Deutsche Bahn
Zwei zu null
Tarifpolitik - 29.04.2021

Zwei Runden, null Ergebnisse. Schon mit dieser Aussage ist eigentlich alles gesagt. Die in der ersten Runde angekündigten "Lösungsvorschläge" gab es nicht. Und so frohlockt der Arbeitgeber in seiner Pressemitteilung darüber, dass nun sondiert wird. Sondierungen sind Gespräche auf Arbeitsebene, in denen Lösungsmöglichkeiten diskutiert, aber in aller Regel nicht endverhandelt werden.

 

Auch eine Aussage zu den zentralen Punkten der GDL-Forderungen war dem Arbeitgeber nicht möglich oder von ihm nicht gewollt – weder zur Frage des Tarifabschlusses für weitere Berufe, zur Entgelterhöhung und zur Corona-Beihilfe oder zur betrieblichen Altersvorsorge (ZVersTV) noch zu irgendeinem anderen Thema. Dabei hat die GDL natürlich keine ausgefeilten Lösungsvorschläge erwartet, aber wenigstens Tendenzen, Richtungen oder Meinungen. Nichts gab es. Es bleibt also bei den üblichen zwei Tendenzen – nämlich bei der Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes gegen die GDL und ihre Mitglieder und beim „Gluckenschutz“ für die 1,5-Prozent-Gesellschaft.

Der GDL wurde immerhin aus fachkundigem Munde, nämlich vom Finanzvorstand der DB, die wirtschaftliche Situation der DB dargelegt und anhand von Zahlen belegt. Diese Zahlen bestreitet die GDL nicht, denn das wäre töricht. Die GDL bestreitet aber, dass die Ursache für die schlechten Zahlen allein in den Corona-Schäden liegt. Und vor allem: Dass die Zeche die Eisenbahner zahlen sollen, kommt mit der GDL nicht in Frage. Verbesserungen müssen her! Keine Träume und Utopien, wohl aber ausgewogene Neuregelungen, die die Leistung derer widerspiegeln, die in dieser Zeit den Bahnbetrieb am Laufen gehalten haben, statt im Homeoffice zu sitzen.

Am 17. Mai 2021 geht es in die dritte Runde. Dazwischen liegen fünf Sondierungen. In der dritten Runde wird der Arbeitgeber entscheiden: Konfrontation oder Lösungen. Die GDL steht für beides bereit.