GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
Ortsgruppe Ludwigshafen
Bezirk Süd-West


Aushänge


Schlichtung gescheitert - DB stellt Existenz der GDL in Frage
Aktuelles - 11.11.2020

Die Schlichtung zwischen der GDL und der DB/dem Arbeitgeberverband MOVE ist gescheitert. In Berlin erklärte der gemeinsame Schlichter Matthias Platzeck das Ende des Verfahrens. Die GDL dankte Platzeck für die umsichtige Verhandlungsführung und bedauerte, dass seine Bemühungen nicht zu einer Einigung geführt haben.

 

In der Schlichtung machte die DB die Anwendung unserer Tarifverträge von der Zustimmung der EVG abhängig. Das aber stellt die Eigenständigkeit der Tarifpartei GDL in Frage und ist daher für uns unannehmbar. So wurde beispielsweise eine vom Schlichter vorgeschlagene Corona-Beihilfe in Höhe von 800 Euro vom Arbeitgeber als richtig bestätigt und sollte auch zur Zahlung gebracht werden. Damit ist bewiesen, dass der Tarifabschluss der EVG Betrug an den Eisenbahnern war. Dennoch mussten wir ablehnen, da die DB im Gegenzug ein trilaterales Abkommen mit der EVG verlangte - auch hier mit dem klaren Ziel, die Tarifautonomie der GDL zu eliminieren.
Im Übrigen betonte die DB stets, sich an Gesetze und Tarifverträge halten zu müssen, meinte damit aber vorrangig die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes gegen die GDL. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmer, die in den Betrieben der DB Tag für Tag erleben müssen, dass man ihnen tarifvertragliche Rechte vorenthält. Auch sollte die Entgeltentwicklung hinter der Entwicklung anderer systemrelevanter Berufe etwa im Öffentlichen Dienst zurückbleiben. Stattdessen sollten die Eisenbahner mit den Segnungen der EinkommensVerringerungsGewerkschaft (EVG) in Höhe von einmalig 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 abgespeist werden. Auch die unmittelbar nach dem Schlichterspruch folgende Tarifverhandlung endete deshalb ergebnislos.
Die GDL wird nun in ihren Gremien über das weitere Vorgehen beraten und zeitnah darüber informieren.