GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
Ortsgruppe Ludwigshafen
Bezirk Süd-West


Aushänge


DB-Tarifverhandlungen
Weil gehen kann, was gehen muss!
Aushang Report - 11.10.2016

Kontrovers verlief die Auftaktrunde mit der DB am 10. Oktober 2016 in Berlin. Wie nicht anders zu erwarten, wies der Arbeitgeber die Forderungen der GDL in Bausch und Bogen als „nicht finanzierbar“ zurück. Zur Begründung bezeichnete die DB ihr eigenes Kerngeschäft, die Eisenbahnen in Deutschland, wortwörtlich als „Sorgenkind“.

 

Der noch in der Halbjahrespressekonferenz lauthals verkündete deutliche Gewinn spiele in den Verhandlungen keine Rolle, weil dennoch kein Geld vorhanden sei. Gründe dafür fallen uns auf Anhieb einige ein: Fehlerhafte Angebotsabgaben von DB Regio und daraus resultierende Streckenverluste, die gravierende Unterschätzung des Fernbusmarktes sowie das teure und unproduktive Anwachsen des bürokratischen Apparates im DB-Konzern. Doch obwohl all dies zutrifft, ist in Wahrheit ja dennoch Geld genug da. Der behauptete Mangel dient offensichtlich nur dem Zweck, die Forderungen der GDL zu drücken – Verhandlungstaktik eben, nicht einmal sonderlich kreativ.

Auf besondere Abwehr des Arbeitgebers stießen die Arbeitszeitforderungen der GDL. Durch diese könnten durchschnittlich nur noch 31 Arbeitsstunden pro Woche abgerufen und 4,5 Tage in Folge mit Arbeit belegt werden, so die Bahn. Außerdem erfülle kein Dienstplan der DB die von der GDL geforderten Bedingungen. Doch hier verfährt der Arbeitgeber nach dem Prinzip das „nicht gehen kann, was nicht gehen darf“. In Wahrheit fürchtet er, dass durch die GDL-Forderungen die Fenster für Sonderschichten und Überstunden spürbar minimiert werden und er die Vollflexibilität des Zugpersonals nicht länger schamlos ausnutzen kann. Genau das ist unsere Absicht! Das Zugpersonal braucht dringend Entlastung durch planbare und verlässliche Arbeits- und Ruhezeiten.

Da die Einwände der DB auf der heutigen Schichtsystematik beruhen, soll nun eine Simulation auf Basis der GDL-Forderungen Klarheit über deren Auswirkungen bringen. Dann wird sich zeigen, dass gehen kann, was gehen muss. Die nächste Runde findet am 25. Oktober in Frankfurt am Main statt.


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